Auf dem deutschen Jakobsweg von Ost nach West pilgern – Etappen und Unterkünfte

For english version please click here (coming soon).

Ja, es ist tatsächlich möglich quer durch Deutschland zu pilgern! Ich bin im Juli und August 2018 auf der Via Regia, dem Elisabethpfad und ab Marburg dem Jakobsweg in 32 Tagen ca. 640 Kilometer nach Köln gepilgert (Zum Reisebericht geht’s hier (in Kürze)). Der Weg hat mir so gut gefallen, dass ich euch hier sozusagen einen Kurzführer bieten möchte. Die vorhandenen Wander- und Pilgerführer zu diesen Strecken fand ich jeden auf seine Weise unzureichend. Es ist trotzdem sinnvoll die entsprechenden Pilgerführer für die Via Regia, den Elisabethpfad und den Jakobsweg Köln zu erstehen, da dort weitere Informationen und Unterkünfte gelistet sind. Der Pilgerführer von Marburg nach Köln ist allerdings lediglich denjenigen zu empfehlen, die vertiefte Kenntnisse für die durchwanderten Regionen und Kirchgemeinen möchte. Wer mehr wert auf Wegbeschreibungen und lokale Hotels legt, sollte auf die Outdoorbücher zu den ersten beiden Teilstrecken zurückgreifen, auch wenn ich auch von diesen Wanderführern weniger überzeugt bin.

Ich habe hier versucht die Etappen so aufzuteilen, dass sie für jeden gesunden Wanderer machbar sind und stelle jeweils eine Unterkunft vor. So könnt ihr sehen, dass man so den Weg gehen kann. Ich hoffe das hilft euch bei der Planung der Reise. Natürlich sind das Empfehlungen, ihr könnt die Etappen nach Belieben zusammenlegen oder weiter aufsplitten. Des Weiteren habe ich euch Informationen über Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten in den jeweiligen Zielorten und einige wenige Tipps zu Verschönerung eurer Reise an die Hand zu geben. Ich hoffe, dass eure Pilgerreise so möglichst reibungslos und erfolgreich verläuft. Über Neuigkeiten wie neue Herbergen oder Schließungen würde ich mich sehr freuen (z.Bsp. als Kommentar oder per Mail).

Ich kann den Weg jedem nur empfehlen. Auch im Lichte der aktuellen Ereignisse finde ich es einfach schön, mal quer durch unser Land zu wandern. Von Ost nach West, weil wir alle zusammen gehören! Jetzt bleibt mir nur noch euch einen guten Weg zu wünschen, denn, wie Hermann Hesse sagte:

“…jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben.”

Buen Camino und Ultreia!

eure Teresa

 

Etappe Nr. 1: Meißener Dom nach Merschwitz, 17,1 Km

Weg: Da dieses Stück (noch) kein offizieller Pilgerweg ist, ist es auch nicht ausgeschildert. Der Weg ist aber ganz einfach: Man geht vom Meißener Dom zur Elbe herunter, überquert diese und folgt dann dem Fuß- und Radweg bis Merschwitz.

Unterkunft: Elbpension Richter, Merschwitzer Str. 30 A, Tel. 035267-50698, Preise auf Anfrage; Ferienwohnung Kämer, Schulstr. 5, Tel.: 0172-4998366, Preise auf Anfrage. (Da ich hier nicht gehalten habe, habe ich dazu keine näheren Informationen.)

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Merschwitz gibt es mit Ausnahme einer Bäckerei weder Gaststätten noch Einkaufsmöglichkeiten.

Tipp: Bevor man los pilgert lohnt sich ein Besuch der berühmten Meißner Porzellanmanufaktur, der ältesten Porzellanmanufaktur Deutschlands!

2. Merschwitz nach Strehla, 20,5 Km

Weg: Man folgt dem Fuß- und Radweg entlang der Elbe bis nach Lorenzkirch, von wo aus man die Elbfähre nimmt um die Elbe nach Strehla zu überqueren. Ab dort ist der Weg mit der typischen gelben Jakobsmuschel auf blauem Hintergrund markiert und man ist auf der Via Regia.

Unterkunft: Pilgerherberge im evangelischen Jugendhaus direkt an der Kirche, Pfarrweg 3, Tel. 035264-90797 und 0152-2657030, Spende 7 EUR. Eine der schönsten Pilgerherbergen auf dem Weg, mit Küche, Terrasse und sogar kostenlosen Leihfahrrädern!

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Kurz nachdem man die Elbe überquert hat, kommt auf der linken Seite ein Supermarkt. Wenige Meter von der Pilgerherberge kann man im Ambiente Hotel (Eingang von der Straße die zum Schloss führt) mit Blick auf das Strehlaer Schloss essen und trinken.

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Blick über sächsische Felder

Ab Strehla: Ökumenischer Pilgerweg

In Strehla stoßen wir auf die Via Regia, der von nun an bis Eisenach gefolgt wird. Der Weg ist mal besser, mal schlechter markiert.

3. Strehla nach Dahlen, 17,5 Km

Unterkunft: Linden-Pension, Weststr. 24, Tel. 034361-55594, Küche vorhanden. Ein Zimmer ohne Bettwäsche und Frühstück kostet für Pilger 12,50 EUR. Die Jugendherberge gibt es nicht mehr!

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Etwa 10 min von der Pension entfernt gibt es einen großen Rewe. Ich meine auch am Markt einen Imbiss gesehen zu haben, den ich aber nicht ausprobiert habe.

4. Dahlen nach Wurzen, 20,2 Km

Unterkunft: Pilgerherberge im katholischen Pfarramt Herz Jesu, Tel. 03425-925155. Sehr netter Empfang, Matratzen auf dem Boden, auf Spendenbasis.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Wurzen gibt es mehrere Restaurants und verschiedene Einkaufsmöglichkeiten.

Tipp: In Wurzen gibt es den kleinsten Dom Deutschlands zu bewundern!

5. Wurzen nach Gerichshain, 11 Km

Unterkunft: Pension Alte Bäckerei, Brandiser Str. 5, Tel. 034292-631083 und 0178-5400257, für Pilger mit Pilgerausweis 20 EUR p.P. ohne Frühstück. Hier soll auch bald ein extra Pilgerzimmer eingerichtet werden. Der Eigentümer ist selbst Pilger und heißt Pilger daher herzlich willkommen! Buchbar auch über HRS.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Gasthof zur Kastanie in laufnähe der Pension; es gibt auch einen Fleischer bei dem es ab 8:00 Uhr Frühstück gibt. Supermärkte sind mir nicht bekannt.

Tipp: Von Gerichshain gibt es auch eine direkte S-Bahn-Verbindung nach Leipzig, sofern man dieses Stück abkürzen möchte.

6. Gerichshain nach Leipzig, 21 Km

Unterkunft: Hostel Central Globetrotter, Kurt-Schuhmacher-Str. 41, Tel. 0341-1498960, Bett ab 13 EUR. Sehr schönes Hostel, nicht von der Lage abschrecken lassen! Das Hostel liegt neben dem Bahnhof und direkt an der Via Regia. Buchbar auch auf der eigenen Homepage und über Booking.com.

In Leipzig gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Besonders empfehlen kann ich das Eiscafé San Remo, Nikolaistraße 1. Neben selbstgemachtem und preisgekröntem Eis gibt es hier auch Pizza.

Tipp: Wer noch nie in Leipzig war, sollte hier mindestens einen Tag für einen Besuch einplanen. Besonders sehenswert finde ich das Völkerschlachtdenkmal (etwas außerhalb der Stadt), das an den Sieg über Napoleons Heer erinnert und die vielen Jugendstil-Einkaufspassagen rund um den Markt. Literaturliebhaber sollten unbedingt einen Blick in Auerbachs Keller werfen, die originale Gaststätte in der Goethe sich in seiner Studienzeit gerne betrunken hat und der auch in “Faust” eine Rolle spielt.

7. Leipzig nach Kleinliebenau, 13 Km

Weg: Der Weg ist bis Kleinliebenau eher schlecht markiert, besonders in Leipzig.

Unterkunft: Pilgerherberge in Kleinliebenau, Gutshofstraße, mit Küche, auf Spendenbasis, Abholort für den Schlüssel, Telefonnummern und Adressen auch für weitere Übernachtungsmöglichkeiten im Aushang an der Kirche.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Kurz vor Kleinliebnau kommt man an der Domholzschänke vorbei, die deutsche Küche anbietet (Öffnungszeiten bitte vorher überprüfen!). Einkaufsmöglichkeiten sind mir keine bekannt!

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Blick über den Geiseltaler See

 

8. Kleinliebenau nach Merseburg, 22 Km

Unterkunft: Sehr schöne Pilgerherberge in der Neumarktkirche St. Thomas (kurz vor der Saale). Den Schlüssel gibt es in der Bäckerei Rathaus, Neumarkt 21(kurz vor der Kirche) oder im Dompfarramt, Dompropstei 2, Tel. 03461-352810. Ansprechpartner im evangelischen Gemeindebüro, Tel. 03461-211640. Eine Anmeldung ist nicht zwingend nötig. Die Herberge ist in der Kirche, man übernachtet auf Feldbetten auf der Empore. Es gibt Waschbecken und WC, allerdings keine Dusche (!) und auch keine Kochmöglichkeit. Auf Spendenbasis.

in Merseburg gibt es vielzählige Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten.

Tipp: Die “Merseburger Zaubersprüche” im Untergeschoss des Doms sollte man auf keinen Fall verpassen! Der Eintritt ist mit Pilgerausweis kostenlos.

9. Merseburg nach Frankleben, 8 Km

Weg: Von Merseburg bis Naumburg ist der Weg wenig bis gar nicht markiert!

Unterkunft: Pilgerherberge im Schloss Frankleben, Unterhof 1, Tel. 0152-53788480, Küche vorhanden, 10 EUR mit Pilgerausweis. Schloss Frankleben ist sicherlich die meist diskutierteste Herberge auf dem Weg. Das Schloss wird noch renoviert und die Herberge ist nicht die sauberste, auch kann es alleine in der Unterkunft etwas gruselig anmuten. Andererseits kann man sich so mal in einem alten Schloss umsehen und die Betreuerin ist sehr nett. Mit ein bisschen Glück, bekommt man ein Zimmer im renovierten Teil des Schlosses.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Etwa 400 Meter von der Herberge gibt es eine gute Eisdiele. Am Geiseltaler See (etwa 20 min zu Fuß), gibt es bis ca. 18 Uhr in der Badesaison Imbisse. Ein Supermarkt existiert etwa 2 Kilometer entfernt.

10. Frankleben nach Rossbach (Lunstädt), 8 Km

Achtung! Es gibt einen Ort Namens Rossbach vor Freyburg und einen danach. Hier geht es um den Ort Rossbach/Lunstädt, vor Freyburg.

Unterkunft: Ferienwohnung Anja Stolle, Heide 19, Tel. 0171-2333545, Preis auf Anfrage; Pension am See, Gardinenstr. 14, 0176-96021598, Preis auf Anfrage. Da ich hier privat übernachtet habe, habe ich leider keine genaueren Informationen.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In der Badesaison gibt es am Badestrand einen Imbiss (Eintritt für den Badestrand nötig). Darüber hinaus sind mir keine Einkaufsmöglichkeiten oder Gaststätten bekannt.

Tipp: Bei gutem Wetter lohnt sich ein Bad im kühlen Rossbacher See.

11. Rossbach nach Freyburg an der Unstrut, 13 Km

Unterkunft: Karosseriebau Fiedelak, Bahnhofsstr. 4, Tel. 0344-7080, 14,40 EUR p.P. (Da ich hier selbst nicht übernachtet habe, kann ich leider keine Details liefern).

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Auf der anderen Seite der Saale, nahe der Brückenstraße gibt es einen Netto. Es gibt mehrere Gaststätten.

Tipp: Kurz vor Freyburg kann man auf Schloss Neuenburg in wunderbar mittelalterlicher Atmosphäre Mittagessen.

12. Freyburg nach Naumburg, 9,4 Km

Unterkunft: Sehr schöne Pilgerherberge “Haus der Kirche”, Domplatz 8, 12 EUR p.P.,  Tel. 03445-201516, 12 EUR. Schlüssel gibt es bis 18 Uhr am Eingang des Domes (dort gibt es auch den Stempel).

In Naumburg gibt es mehrere Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Eine lokale Empfehlung ist die Gaststätte zum Krug, wenige hundert Meter vom Dom entfernt.

Tipp: Auf dem Weg nach Naumburg kommt man an mehreren Weinstuben vorbei, die mit teilweise herrlichem Blick heimischen Wein anbieten – perfekt für eine Rast! Der Naumburger Dom ist ebenfalls einen Besuch wert.

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Naumburger Dom

13. Naumburg nach Eckartsberga, 21,6 Km

Unterkunft: Im Pfarrhaus Eckartsberga kann man sehr schlicht auf recht alten Matrazen übernachten (alternativ auch in der Kirche), Kirchberg 176, Tel. 034467-20268.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Eckartsberga gibt es zwei Supermärkte am Ortsausgang Richtung Buttelstedt und eine Gaststätte nahe des Marktes (Hotel am Markt, mit sehr eingeschränkten Öffnungszeiten).

Tipp: Richtig gut, wenn auch nicht preiswert, kann man auf der Eckartsburg essen. Für besonders hungrige Pilger empfehlen wir das Kutschermahl.

14. Eckartsberga nach Buttelstedt oder Weimar, 18,8 bzw. 25,9 Km

Unterkunft Buttelstedt: In Buttelstedt gab es im August 2018 keine Übernachtungsmöglichkeit mehr. Es gibt daher zwei Möglichkeiten: 1. Ab Buttelstedt mit dem Bus (Abfahrzeiten bitte am Tag vorher überprüfen!) nach Weimar, direkt bis zum Goetheplatz (wo das empfohlene Hostel liegt) oder 2. spätestens in Oberreißen nach Weimar abbiegen und zu Fuß nach Weimar laufen. Dieser Weg ist meines Wissens nach nicht markiert.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Keine bekannten.

Unterkunft Weimar: Labyrinth Hostel Weimar, Goetheplatz 6, Bett ab 18 EUR. Buchbar über die eigene Homepage und Booking. Sehr schönes Hostel mitten in der Stadt!

In Weimar gibt es vielzählige Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Empfehlen kann ich das Eiscafé Venezia – meiner Meinung nach eine der besten Eisdielen Deutschlands! Spagetthi-Eis-Liebhaber sollten das “Spagetthi Erdbeer Spezial” nehmen.

Tipp: Einfach mal durch die schöne Altstadt schlendern! In Lädchen an der Stadtkirche St. Peter und Paul gibt es einen Pilgerstempel.

15. Weimar nach Erfurt, 23,7 Km

Weg: Von Weimar nach Erfurt kann man dem Lutherweg folgen, eine genaue Etappenbeschreibung findet sich hier.

Unterkunft: In Erfurt kann man im Augustinerkloster einkehren – hier hat eins Martin Luther Unterkunft gefunden! Augustinerstr. 10, Tel. 0361-57660-0. Unbedingt einige Tage vorher reservieren, die Unterkunft ist sehr beliebt. Hier online buchbar.

Falls das Augustinerkloster bereits belegt ist: Opera Hostel, Walkmühlstr. 13, Tel. 0361-60131360, Bett ab EUR 15. Schönes Hostel nahe der Altstadt.

In Erfurt gibt es vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Empfehlen kann ich das Eiscafé

Tipp: Einmal über die berühmte Krämerbrücke schlendern!

16. Erfurt nach Gotha, 28,3 Km

Unterkunft: Herberge im Augustinerkloster, Jüdenstr. 27, Tel. 03621-302901, 25 EUR p.P. ohne Frühstück, unbedingt telefonisch anmelden! Tolle Herberge mitten in Gotha, fast schon ein Hotel. Auschecken kann man ab halb acht im Frühstücksraum.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Es sind einige Restaurants direkt am Markt vorzufinden.

Mögliche Zwischenhalte: Eine Unterkunft gibt es wohl im Pfarramt Frienstedt, Pfarrtor 2, Tel. 036208-71319 oder 036208-73610 kurz hinter Erfurt. Auch in Cobstädt, auf dem Lebensgut, Schulplatz 8, kann man übernachten. Tel. 036202-78765 (keine Dusche!!). Cobstädt liegt allerdings ein gutes Stück abseits des Weges.

17. Gotha nach Eisenach, 26,2 Km

Unterkunft: Evangelisch-Lutherisches Diakonissenhaus, Karlsplatz 27/31, Tel. 03691-2600, bitte vorher anmelden! (Habe hier keine eigenen Erfahrungen).

Ich hab mir in Eisenach mal etwas gegönnt: Göbel’s Sophien Hotel, ab 67 EUR. Es gibt Zimmer mit Badewanne, buchbar über Booking. Ist nicht der pure Luxus, aber alleine die Badewanne war es wert.

Diese Etappe ist eine der härtesten. Rasten kann man am Wochenende im Berggasthof Großer Hörselberg, Tel. 03622-907320.

In Eisenach gibt es vielfältige Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Besonders empfehlen möchte ich die Eisdiele Zucker & Zimt direkt am Markt.

Tipp: Unbedingt Zeit nehmen, um die Wartburg anzusehen! Da der Aufstieg relativ lang und hart ist, würde ich empfehlen den Besuch nicht vor Beginn der nächsten Etappe zu machen, sondern noch am Abend der Ankunft oder an einem Pausentag.

Wem die Etappe am Stück zu lang ist, der kann unterwegs in Mechterstädt beim Bodelschwingh-Hof halt machen. Gleicher Weg 1-10, Ansprechperson Petra Hartauer, Tel. 03622-915200, 8 EUR p.P. (Keine eigenen Erfahrungen).

Ab Eisenach: Elisabethpfad nach Marburg

In Eisenach verlassen wir die Via Regia und stoßen auf den Elisabethpfad, dem nun bis Marburg gefolgt wird. Der Weg ist hier überwiegend mit einem roten “e” auf weißem-rotem Grund markiert. Der Jakobsweg weicht teilweise von der Wegführung des Elisabethpfades ab, daher muss man sehr aufmerksam laufen. Generell ist dieser Teil der Strecke nicht besonders gut markiert. Auch sind ab Marburg deutlich weniger Pilgerherbergen vorhanden und es muss öfter auf Privatunterkünfte zurück gegriffen werden. Am besten klärt man deshalb die Unterkunft telefonisch spätestens am Tag vor der Ankunft ab. Weitere Unterkunftsmöglichkeiten (oft veraltet) findet ihr hier.

18. Eisenach nach Creuzburg, 19,5 Km

Unterkunft: Pension Heinemann, Bahnhofsstr. 35, Tel. 036926-82368 und 0170-6778054, DZ ab 45 EUR, EZ Preis auf Nachfrage.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Creutzburg kann man auf der Burg essen gehen (etwas teurer), im Übrigen ist direkt neben der Unterkunft ein Supermarkt.

19. Creuzburg nach Röhrda, 19,3 Km

Unterkunft: Pension Iris, Ringgaustr. 4, Tel. 05659-7324, ab 35 EUR p.P. mit Kneippbecken neben der Pension!

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Röhrda gibt es weder Einkaufsmöglichkeiten noch Restaurants. Über die Pension Iris kann jedoch bei einem Italiener bestellt werden.

20. Röhrda nach Waldkappel, 23,6 Km

Unterkunft: Pilgerherberge im evangelischen Gemeindehaus, Kirchplatz 4, Tel. 05656-382, auf Spendenbasis. Diese Unterkunft ist auf dem gesamten Weg die mit Abstand trostloseste. Auch gibt es keine Dusche, sondern nur Waschbecken mit kaltem Wasser. Wenn möglich ist das Ausweichen auf eine der kleinen Pensionen hier durchaus zu empfehlen.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Außer einer (sehr guten) Eisdiele und einem Rewe gibt es keine empfehlenswerten Lokale oder Einkaufsmöglichkeiten.

21. Waldkapell nach Spangenberg, 20,9 Km

Unterkunft: Ferienwohnung Anita Werner, Scheideweg 13, Tel. 05663- 931856, bei Einzelbelegung: 25 EUR p.P.; bei Mehrfachbelegung (bis zu 6 Personen) nach Vereinbarung. Frühstück nach  Vereinbarung. Künchenmitbenutzung! Von anderen Pilgern habe ich im Nachhinein von einer Pilgerherberge in Spangenberg (bei der Kirche am Kirchplatz 8) gehört, konnte diese aus der Entfernung jedoch nicht auffinden. Über Informationen dazu wäre ich sehr dankbar!

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Spangenberg gibt es mehrere Lokale und Supermärkte, auch eine Apotheke ist vorhanden.

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Spangenberg

22. Spangenberg nach Homberg an der Efze, 18,2 Km

Unterkunft: Pilgerherberge Lutherisches Gästehaus, Bergstraße 17, Tel. 05681-1479. Sehr moderne, gut ausgestattete Herberge mitten in Homberg.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten gibt es zahlreiche in Homberg.

23. Homberg nach Spießkappel, ca. 21 Km

Unterkunft: Pilgerherberge im evangelischen Pfarramt, Bilderfeld 15, Tel. 05684-421, auf Spendenbasis. Kleine Schlafstätte im Souterrain des Pfarrhauses mit Dusche und kleiner Kochecke.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Soweit mir bekannt ist gibt es in Spießkappel keine Gaststätten. Unweit der Pilgerherberge (ca. 10 Minuten zu Fuß) gibt es jedoch einen Supermarkt. Außerdem gibt es auch ein Schwimmbad unweit der Herberge.

24. Spießkappel nach Treysa, ca. 16 Km

Unterkunft: Diakoniezentrum Hephata, Hermann-Knauel-Str. 2, Tel. 06691-180, EZ ab 25 EUR, Frühstück buchbar. Ein wenig in die Jahre gekommen und altmodisch, aber sehr sauber. Kochmöglichkeit im 1. OG. Unbedingt vorher mit Lebensmitteln eindecken, die Herberge liegt auf einem Berg, ein gutes Stück von der Innenstadt.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Ziegenhain, ein paar Km vor Treysa gibt es deutlich mehr Lokale und Einkaufsmöglichkeiten als in Treysa.

25. Treysa nach Stadtallendorf, ca. 19,5 Km

Unterkunft: Zimmervermietung Rosemarie Lücke, Kardinal-von-Galen-Straße 4, 35260 Stadtallendorf, Tel.: 06428/3494 oder 01621842447, 25,- € p.P. (nur für Pilger mit Ausweis). Sehr gut gepflegte Pension mit freundlichstem Empfang bei der erfahrenen, selbst pilgernden Eigentümerin.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Es gibt in Stadtallendorf neben einer Apotheke auch mehrere Supermärkte und einige wenige Lokale.

Tipp: In der sehenswerten Kirche von Momberg werden mit ein bisschen Glück (also wenn jemand da ist) die Glocken für die ausziehenden Pilger geläutet.

26. Stadtallendorf nach Amöneburg, 12, 3 Km

Unterkunft: Privatunterkunft Karin Wieber, Dr. Josef-Gutmann-Straße 19, Tel. 06422-4313 oder 01782454793, 18 EUR p.P.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: Es gibt unweit der Unterkunft einen Supermarkt und oben auf dem Schloss ein, zwei Cafés, im Übrigen sind mir jedoch keine Lokale bekannt.

27. Amöneburg nach Marburg, 15 Km

Unterkunft: Die Pilgerherberge in der Elisabeth-Kirchgemeinde existiert nicht mehr. Die Pilgerherberge im Kulturzentrum Waggonhalle wird derzeit renoviert. Eine gute Ausweichmöglichkeit ist daher zur Zeit das Begegnungszentrum Sonneck, Hebronberg 7, Tel. 06421-805450, EZ 45 EUR, DZ je 65 EUR. Das Begegnungszentrum liegt zwar abseits der Altstadt, allerdings fährt ein Bus nahe der Elisabethkirche bis direkt vor die Unterkunft.

In Marburg gibt es zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Empfehlen kann ich die Eisdielen “I Trulli”.

Tipp: In der kleinen Kirche in Kleinseelheim dürfen Pilger die Glocken selbst läuten.

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Elisabethkirche Marburg

Ab Marburg: Jakobsweg nach Köln

Ab Marburg wird wieder den gelben Muscheln und Pfeilen bis Köln gefolgt. Dieser Teil der Strecke ist überwiegend gut ausgeschildert. Herbergen sind allerdings kaum vorhanden. Es gilt sich frühzeitig um eine Unterkunft zu kümmern! Weitere Unterkünfte (oft veraltet oder dauerhaft belegt) findet ihr hier.

 

28. Marburg nach Niederseisenhausen, 29 Km

Unterkunft: Campingplatz Hinterland, Quotshäuser 32, Steffenberg-Niedereisenhausen, etwa 1,5 km nördlich von Obereisenhausen, Doppelzimmer ab 55 Euro inkl. Frühstück, Tel. 06464-7564 (ab 16 Uhr)

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätte: Im Ort gibt es Supermärkte und auf dem Campingplatz selbst auch eine Gaststätte. Weiter gibt es eine Apotheke und einen Bäcker im Ort. Außerdem gibt es neben dem Campingplatz ein Freibad.

Tipp: Ein Zwischenhalt ist in Diedenshausen möglich, hier gibt es eine liebevoll geführte Pilgerherberge (Kontakt über den Küster Herbert Zipperer, Ortsstraße 5, Tel. 06462-7733 und Otto Muth, Bornweg 3, Tel. 06462-6994). Auch die ungewöhnliche, kleine Fachwerkkirche ist sehenswert, den Schlüssel kann man ebenfalls beim Küster erhalten. In der Kirche findet man auch einen Pilgerstempel und ein Gästebuch.

Auch in Oberhörlen gibt es kostenlose Pilgerunterkünfte bei Privatpersonen, ein Aushang mit Kontakten hängt an der Kirche. Kontakt ist u.a. über Familie Schmitt, Selbachstr. 12, Tel. 06464-328 möglich.

Wenn man einen kleinen Umweg macht, kann man in Herzhausen im von freiwilligen geführten kleinen Dorfschwimmbad ein Päuschen machen.

 

29. Niedereisenhausen nach Irmgarteichen oder Salchendorf, ca. 26 Km

Unterkunft Irmgarteichen: Gasthof Jokebes, Glockenstr. 11, Irmgarteichen, sehr teuer, Tel. 02737-9583

Weg nach Salchendorf: Um statt nach Irmgarteichen nach Salchendorf zu gelangen muss man kurz hinter der Haincher Höhe die alternative Route nehmen (also nicht Richtung Hainchen und Irmgarteichen dem Weg nach rechts folgen, sondern über die Höhe laufen). Ein Navigationsgerät ist hier empfehlenswert.

Unterkunft Salchendorf: Gästehaus zum Rothaarsteig, Simmelsbach 7, Netphen, Doppelzimmer ab 60 Euro, buchbar über deren eigene Homepage oder Booking.com, Tel.0171-8090123, etwa 500 Meter ab von der Alternative des Jakobsweges kurz vor Irmgarteichen, mit Küche, sehr komfortabel, Getränke, Kaffee und Tee ist in der Unterkunft gegen Aufpreis vorhanden, Frühstück kann für 8,50 Euro p.P. dazu gebucht werden.

In Salchendorf liegt der Supermarkt etwa 30 min. zu Fuß entfernt, Gaststätten gibt es keine. Am besten also vorher mit Lebensmitteln eindecken.

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im “Großen Wald”

30. Salchendorf nach Siegen, 13 Km

Unterkunft: Pilgerherberge in der katholischen Gemeinde St. Michael, sehr spartanisch, keine Dusche (!), keine Kochmöglichkeit, kostenlos, Tel. 0271-41977, Pilgerstempel gibts beim Pfarrer im Haus neben der Kirche (weißes Haus etwas unterhalb), sehr schöne Kirche, Dienstags und Mittwochs geöffnet. In der Nikolaikirche (am Weg) gibt es ebenfalls einen Pilgerstempel.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Siegen gibt es jede Menge Einkaufsmöglichkeiten (auch einen Outdoorladen) und Gaststätten, auch in laufnähe zu St. Michael.

 

31. Siegen nach Crottorf, 23,5 Km

Unterkunft: Wunderschöne Pilgerherberge in der Fingerhut Akademie (gegenüber des Schlosses, rechts neben dem Wildenburger Hof) mit Küche und Badewanne (!), Tel. Hannelore Klein 02734-3561, unbedingt vorher telefonisch anmelden, auf Spendenbasis

In Crottorf gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten! Der Wildenburger Hof hat nicht zwingend geöffnet. Bitte also vorher mit Lebensmitteln eindecken.

 

32. Crottorf nach Drabenderhöhe oder Wiehl, ca. 29 bzw. 21 Km

Weg: Da mir die Etappe von Crottorf nach Drabenderhöhe zu weit war, bin ich etwas vom Weg abgewichen und habe in Wiehl halt gemacht. Im Folgenden werden daher beide Möglichkeiten erläutert. Um nach Wiehl zu gelangen folgt man dem markierten Weg bis Oberbierenbach, ab da braucht man dann ein Navigationsgerät, z.Bsp. ein Smartphone und die App Maps.Me (Man läuft durch Rommelsdorf und den angrenzenden Wald, direkt hinter dem Wald ist die Jugendherberge. Alternativ kann man bis Abbenroth dem Weg folgen, dort dann auf die Homburger Straße nach Wiehl abbiegen und nach einiger Zeit in die Birkenstraße zur Jugendherberge abbiegen. Dies ist allerdings die weitere Strecke.).

Generell wird ab Denklingen die Markierung bis Köln immer dünner!

Unterkunft in Drabenderhöhe: Ferienwohnung Bidner, Zeitstr. 13, Drabenderhöhe, Tel. 02262-5317 und 0172-5641176

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten in Drabenderhöhe: Im Stadtkern vorhanden, teilweise am Weg.

Unterkunft in Wiehl: Jugendherberge Wiehl, An der Krähenhardt 6, Wiehl, Tel. 02262-727770, Bett im Mehrbettzimmer inkl. Frühstück ab 19,99 Euro, ggf. plus Mitgliedschaft beim DJH, die Jugendherberge hat auch einen speziellen Wanderstempel

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten in Wiehl: In Laufnähe, nahe der Bahnhaltestelle.

 

33. Drabenderhöhe oder Wiehl nach Heiligenhaus (Overrath), ca. 16 bzw. 25,5 Km

Weg: Von Wiehl nach Drabenderhöhe folgt man aus der Jugendherberge heraus der Birkenstraße bis zur Homburger Straße, dieser folgt man dann nach links am Waldhotel Tropfsteinhöhle vorbei bis nach Abbenroth. Dort stößt man wieder auf den Weg und entsprechende Markierungen.

Unterkunft: Pension Bergische Idylle, Neuenhauser Str. 19, Overrath-Heiligenhaus, direkt am Weg, Tel. 0173-2614688, mit Küche, buchbar auch über Booking.com hier, aktuell noch ab 25 Euro (Stand August 2018). Wunderschöne brandneue Pension, in Zukunft auch mit Pilgeroptionen.

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: im Stadtzentrum von Overrath, etwa 3 Km vor der Unterkunft. Stempel gibt es ebenfalls dort bei der Kirche St. Walburga (im Eingang hinter der Tür).

 

34. Heiligenhaus nach Köln-Brück, 13 Km

Unterkunft: Novum Hotel Silence Garden, direkt am Weg, auch buchbar über Booking.com hier, ab 35 Euro, Frühstück zubuchbar

Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten: In Laufnähe vorhanden. Zu empfehlen ist das Café “Brücker Manufaktur”

Tipp: Unterwegs gibt’s in der Kirche in Untereschbach noch einen Stempel und ein Gästebuch.

 

35. Köln-Brück zum Kölner Dom, 10 Km

Unterkunft: In Köln gibt es unzählige Hotels und Hostels in allen Preisklassen. Der Pilgerführer empfiehlt u.a. das Station Hostel für Backpacker, Marzellenstr. 44-46, Betten ab 18 EUR p.P., Tel. 0221-9125301,

Den Pilgerstempel für den Kölner Dom erhält man im Domforum gegenüber des Haupteinganges und im Domladen (links um die Ecke vom Haupteingang). Im Domforum bekommt man auf Nachfrage eine Pilgermuschel und ich habe dort auch ein Gästebuch für Pilger hinterlegt (bitte nachfragen). Eine Pilgerurkunde gibt es in Köln leider (noch) nicht.

Tipp: Wer noch die Kraft hat, kann auf einen der Domtürme steigen (Achtung: Sehr viele Treppen, kein Aufzug).

Köln ist eine Millionenstadt, es gibt unzählige Geschäfte und Gaststätten. Besonders empfehlen kann ich das “Brüsseler” am Brüsseler Platz (sehr gute halbe Hähnchen mit Pommes) und die Eisdiele Breda am Rudolfplatz.

 

Ich hoffe diese Kurzbeschreibung ist hilfreich für euch. Falls euch etwas auffällt, es eine Unterkunft nicht mehr gibt o.ä. würde ich mich über einen Kommentar zu diesem Beitrag oder eine E-Mail freuen!

Weitere Fotos der Reise findet ihr auf meinem Instagramaccount, wo ich auch neue Blogbeiträge ankündige.

(Stand: August 2018)

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