Multikulti Megacity

Kuala Lumpur, Malaysia
Nach den Cameron Highlands sehnen wir uns nach Großstadtvibe (und wir müssen auch einiges erledigen) und daher gehts für uns nach KL, wie man in Malaysia sagt. Kuala Lumpur ist wie viele asiatische Großstädte vor allem ein Ort voller Gegensätze. Aber KL ist noch viel mehr, es verkörpert die Multiethnizität Malaysias wie eine Miniaturversion eine Stadt. Es gibt ein indisches, ein chinessiches, ein arabisches und viele andere Viertel, neben bekopftuchten Frauen sieht man Mädels in knappen Hotpants, Hindutempel stehen neben Moscheen und man hört taused verschiedene Sprachen und Dialekte. Es gibt chice Weggehviertel, in denen ein preisgekrönter Glasturm dem nächsten folgt und abgeranzte, dreckige, vollgestopfte Stadtviertel voller Menschen. Es gibt hier auch jegliches Essen jeglicher Nationalität, zum Beispiel essen wir unglaublich gute italienische Pasta in unserem Lieblingscafe – Lucy in the Sky Cafe.  Darüber hinaus ist Kuala Lumpur für eine asiatische Hauptstadt erstaunlich sauber, in Lake Gardens, einem Park den wir uns anschauen, schrubben die Angestellten sogar die Mülleimer, obwohl – oder vielleicht gerade weil – dort wirklich gar nichts los ist (langweiligster Park ever). Allerdings werden wir von einem Bauarbeiter über die mehrspurige Straße zum Park  gebracht (rennend), da wir mal wieder anscheinend nicht den üblichen Weg gewählt haben. 😉 Wir wohnen nahe der wahnsinnigen Petaling Street in Chinatown, eine mit roten chinesischen Lampions gesäumte Straße voller Verkaufsstände und mit einem Geräuschpegel so laut, da können manche Diskos nicht mithalten. 😉 Ansonsten gibt es in KL nicht wirklich viel zu sehen. Ein Abend artet spontan zu einer Partynacht mit unseren schwedischen Bekannten aus Georgetown aus – auf der Dachterasse eines Edelhostels  mit Blick über die Stadt. Wir warten darauf, dass meine neue Kreditkarte ankommt (nachdem ich meine einen Tag vor dem Abflug verloren hatte) und währenddessen betreiben wir etwas Sightseeing. Die Petrol Towers, wohl die höchsten Twintowers der Welt, besteigen wir aber nicht, da wir unglücklicherweise Montags dort auflaufen und sie an diesem Tag geschlossen haben. Stattdessen gönnen wir uns zum Abschluss ein paar Drinks in KLs coolster Bar – der Heli Lounge Bar. Im 37. Stock ohne Geländer mit Plastikgartenmöbeln auf einem Helicopterlandeplatz – das hat Stil. Der Sonnenuntergang mit Blick auf die Petrol Towers ist superb! Die Cocktails schmecken, das Essen auch und wir sind trotz unserem Backpacker Aussehen rein gekommen. 😉 Nur unsere litauischen Freunde aus Georgetown schaffen es zwei Stunden später des Dresscodes wegen leider nicht…das wäre vielleicht ein lustiger Zufall gewesen! 

 

Nach Kuala Lumpur haben wir nur noch eine Station auf unserer To-Do-List für West-Malaysia (Borneo kommt später) und das ist Melaka. Melaka ist irgendwie wie Georgetown, aber touristischer und ohne die vielen coolen Cafes und ohne die Straßenkunst. Wir haben uns ein Zimmer in einem hübschen kleinen Hostel gemietet und erkunden dann erstmal auf eigene Faust die Stadt und probieren bei der Gelegenheit einige der diversen kulinarischen Spezialitäten der Stadt. Abends  gehen spontan mit den anderen Hostelgästen was trinken. Aus Mangel an Alternativen vor 21 Uhr trinken wir danach einige Bier vor dem Haus von Herrn Lee, einem alten, bettlägerigen Chinesen, der das Bier durchs Fenster reicht, während wir draußen auf der Straße sitzen. Ein weirderes Ambiente zum Biertrinken habe ich noch nie erlebt. Gekrönt wird der Aufenthalt von einem alten Melakaer (?) der sich uns anschließt und von sich selbst behauptet acht Sprachen zu sprechen. Wann immer er etwas sagt ist es jedoch eine Mischung aus Jibberisch und Portugiesisch, Mandarin oder Malazisch die nie Sinn zu ergeben scheint. In der Nacht müssen wir leider feststellen, dass es viel zu heiß ist in unserem Zimmer, das nur einen Fan hat. Außerdem stelle ich morgens fest dass ich am ganzen Körper von Mückenstichen übersäht bin. Nach einer Stunde Schlaf, mit den Mückenstichen, einem Kater und Augenringen bis zu den Kniekehlen finden wir uns dennoch um 9 Uhr beim Touristenbüro für die kostenlose Stadtführung ein. Dass wir nichts gefrühstückt haben weil wir kein Frühstück (nach unserer Definition)   gefunden haben trägt nicht zu unserer Optik bei. Ein Geschenk Gottes ist daher das ältere englisch Pärchen, dass uns mit einem mitleidvollen Blick einen Müsliriegel (mit Schokolade!) und ein Stück Brot schenkt, woraufhin mir fast die Tränen kommen. Ja Backpacken ist nicht immer lustig! Von der Stadtführung kriege ich nichts mit, da ich kontinuierlich mit kratzen und Augenoffen halten beschäftigt bin. Einzig, dass Malaysia einen gewählten König hat. Das Konzept der Wahlmonarchie war mir bis dato unbekannt aber ich finde es äußerst amüsant. Auf die Art kann man wählen und hat trotzdem einen König für das allgemeine Interesse der Bevölkerung (Bildzeitung) ohne dass der extra Geld kostet (wie in England). 😉 Mit diesem Gedanken schleiche ich mich in ein fünf Sterne Hotel um in deren ausschweifenden Pool im 18. Stock ein abkühlendes Bad zu nehmen. Warum? Because I can… 😉
Nach einer weiteren, dank sperrangelweit offen gelassener Fenster und Türen nicht ganz so heißen Nacht brechen wir auch schon Richtung Singapur auf. Mit meinen Quadrillionen Mückenstichen und meinem Husten sehe ich aus als ob ich eine seltene Form von Lebra hätte – mal sehen ob sie mich so überhaupt nach Singapur rein lassen. 😉

 

Unterkunft KL: Rainforest Hotel
Unterkunft Melaka: Jalan-Jalan
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