Ein Unterwassermärchen

Komodo/Flores, Indonesien
Völlig gerädert steigen wir auf die riesige Personen- und Autofähre von Sape nach Labuan Bajo auf der Insel Flores. Eigentlich wollten wir auf den Komodo Inseln übernachten, doch das ist leider nicht möglich – jetzt werden wir erstmal an ihnen vorbei fahren. Von Sape aus gibt es sowieso keine Touristentouren zu den Komodo Inseln. Wir wollen aber unbedingt dorthin, um dort auf Komodo oder Rinca die Komodo Dragons zu sehen – die Komodowarane, bei den Einheimischen bekannt als die Komodo Drachen (oder einfach nur “dragons” (Drachen)). Auf der 8-stündigen Überfahrt suchen wir uns jeder eine Holzbank mit Blick aufs Meer und dösen schnell ein. 


Im Schlaf passieren wir wieder eine Religionsgrenze: Flores hat etwa eine Million Einwohner, von denen 90 % katholisch sind. Die Portugiesen haben hier mal wieder ganze missionarische Arbeit geleistet. 😉 Von den Portugiesen stammt auch der Name “Flores” – “Blumen”, obwohl die Insel nicht blumiger ist als andere und keiner weiß, warum die Portugiesen ausgerechnet diese Insel so genannt haben. Vielleicht sind Ihnen einfach die kreativen Namen ausgegangen? Wie wir so an den Komodos vorbeischippern finde ich es immer noch unglaublich, dass klitzekleine Länder wie Holland und Portugal vor hunderten von Jahren bis in diese hinteren Ecken der Welt vorgedrungen sind und diese dann auch noch kolonialisiert haben!

Irgendwann können auch wir nicht mehr auf den harten Holzbänken schlafen und es folgt eine Fotosession mit diversen indonesischen Mitreisenden. Einer davon ist ein junger Student. Er studiert in Magelang auf der Insel Java, und ist seit 24 Stunden ununterbrochen mit Bussen und Fähre unterwegs, um seine Familie in Labuan Bajo zu besuchen. Und er ist bestens gelaunt. Sofort fühle ich mich schlecht, weil ich total fertig bin, obwohl wir noch nichtmal acht Stunden unterwegs sind. Verweichlichte Westler, aber Hallo! Die restliche Fahrt diskutieren wir angeregt mit einem Anwalt und einem Polizisten über Korruption. Angeblich seien nur die dicken Politiker und die großen Polizeichefs korrupt – nicht die kleinen Straßenpolizisten…naja, wer’s glaubt! ;D Jedenfalls passt das nicht mit unseren Beobachtungen zusammen: Zum Beispiel steht vor der Polizeistation in Bima “zufällig” ein Geldautomat.

Ankunft in Labuan Bajo

Nachdem unsere Fähre kurz vor Labuan Bajo ihren Müll vor den Toren des Nationalparks Komodo ins Meer entlässt und sie dann in Labuan Bajo erst falschrum eingeparkt hat (wie das passieren konnte ist mir ein Rätsel) und das Wendemanöver eine gute Stunde gedauert hat, dürfen wir endlich von der Fähre und sind auf der Insel Flores. Flores ist angeblich “the next big thing” – nach Bali und Lombok soll dies hier die nächste Tourihochburg werden. Hotels sind leider deutlich teurer als bisher, nur für Taucher gibts unverschämt günstige Optionen. Wir suchen uns ein nettes kleines Hotel mit Blick auf den Hafen und einem hängenden Bett und schlafen seelig und völlig erschöpft ein.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf die Suche nach einem Anbieter für eine Komodowarane-Besuchs-Tour. Ich habe drei Bedingungen: Ich will die Komodowarane sehen, rosa Strand und die Flughunde. Die Flughunde fressen die Früchte in den Mangroven und fliegen dann zum Sonnenuntergang alle weg, das soll ein großartiges Spektakel sein. Außerdem finde ich Flughunde niedlich. Wir favorisieren zunächst die indonesischen Anbieter – zum einem aus Prinzip, zum anderen weil die deutlich günstiger sind. Aber für die Komodowarane muss man mindestens eine Nacht auf dem Boot verbringen, denn wir müssen gut fünf Stunden in die Richtung zurückfahren, aus der wir gestern kamen. Und die Strömungen rund um die Komodo-Inseln sind sehr gefährlich – tückisch, stark und unvorhersehbar. Angeblich gehören Sie mit zu den gefährlichsten Strömungen der Welt. Daher haben wir auch Ansprüche an die Sicherheit der kleinen Kähne, mit denen wir dort rumschippern sollen. Ein Funkgerät hat schonmal keines der Boote. Rettungswesten sind immerhin bei den meisten vorhanden. Aber als einer der Organisatoren auf meine Frage, ob sie Rettungsboote haben antwortet “Whats a life boat?” wird uns klar, das wir uns auf so einem abgefuckten Boot nicht wohlfühlen werden. Und so wird es dann doch die Luxusvariante mit einem deutschen Anbieter auf einem Taucherboot mit Sternekoch und richtigen Kabinen. Und wir bleiben auch gleich drei Tage drauf. Man verspricht uns, dass sie für uns Schnorchler aka Nichttaucher alles erdenkliche getan wird, damit wir auch auf unsere Kosten kommen und am nächsten Morgen gehts los. Vor uns liegen drei Tage voller gruseliger Urzeittiere, knallbunter Fische, Mangrovenhaine und unbewohnter Inseln.


Noch bevor wir Rinca erreichen, wo die furchterregenden Komodo Warane leben, gehts das erste Mal ins Wasser. Die erste Taucheinweisung am Vormittag auf unserer Liveaboard ist sehr unterhaltsam. Wir fühlen uns ein bisschen wie Außenseiter – sind wir ja auch, alle anderen auf dem Schiff sind zum Tauchen hier. Der Tauchmaster Dom (ich nennen ihn drei Tage Don, mache mehrere Mafia-Witze und raffe erst am Ende der Reise, dass er Dominik heißt) erläutert im Vorhinein sehr detailliert, was man so alles sehen kann und macht die dazugehörigen Taucher-Handzeichen, ich finde alles äußerst amüsant. Dann gehts ins Wasser.

Ich war vorher erst ein einziges Mal schnorcheln –  auf Gili Meno. Da habe ich schnell Angst bekommen vor der unbekannten Tiefe und was darin lauern könnte. Ich bin mir daher nicht so sicher, ob ich das Schnorcheln hier – drei Mal am Tag ! – genießen werde. Aber einen Versuch ist’s wert. Wir Schnorchler werden allein in der Nähe einer Insel abgesetzt. Trotz eindringlicher Bitten vorher, mich nicht allein zu lassen, ist Timo schnell meterweise weg (“oh kuck mal was für’n cooler Fisch”) ich seufze auf und paddele missmutig hinterher. Und dann passiert es: Direkt auf der Wasseroberfläche – also da wo mich im wahrsten Sinne des Wortes “rumtreibe” – kommt ein Schwarm Fische zielstrebig auf mich zu. Es sind Hunderte, silbrig glänzende etwa 50 cm lange Fische und sie sehen aus wie Schwertfische. Ich denke nur “Oh Gott – Schwertfische!” und gerate in Panik, kann aber nirgenswohin. Ich schwimme ungefähr mit der Geschwindigkeit einer 85-jährigen, die vor hat den ganzen Tag  zu brauchen, um das Schwimmbecken zu umrunden. Meine Phantasie geht mit mir durch und ich sehe schon die Schlagzeile “Deutsche Touristin von Schwertfirschschwarm aufgespießt” vor meinem geistigen Auge. Also schließe ich lieber die Augen anstatt meinem nahen Tod ins Auge zu sehen und es passiert….nix. Ich öffne die Augen, die “Schwertfische” sind weg. Dann ruft Timo “Achtung Qualle” und da reichts mir, ich will erstmal auf die Insel. Dazu muss ich aber über durchs immer flacher werdende Wasser über Korallen, Seeigel und potentielle Quallen schwimmen – auch nicht meine Lieblingsübung wie ich auf Gili Meno festgestellt habe. Geschafft, Timo trottet hinterher und wir streifen durchs hohe Gras als er bedenken wegen eventuell vorkommender Schlangen auf dieser unbewohnten Insel aufwirft. Frustriert stolpere ich wieder ins Wasser und lasse mich vom Beiboot abholen. Die restliche Zeit bis die anderen wiederkommen verbringe ich mit sonnen und lesen.

Sobald die Tauchmaster wieder da sind darf ich mich kollektiv dafür auslachen lassen, dass ich mich vor einer Horde Nadelfische erschreckt habe und ich beschließe, dass ich einen Schnorchelmaster brauche, der mir sagt welche von den unheimlichen Fischen gefährlich sind und welche nicht.

Dann gehts aber erstmal zu den Komodowaranen. Die größte fleischfressende lebende Echse wird bis zu drei Meter lang und wiegt 70 Kilo, manchmal auch mehr. Sie sind ein Überbleibsel aus der Dinosaurierzeit und so sehen sie auch aus.

Eingang zum Komodo-Park auf Rinca  
Die Komodo Drachen können schneller rennen, klettern und schwimmen als wir, außerdem fressen sie nur ein Mal im Monat, dann aber gern eine Menge bis zum Doppelten ihres eigenen Körpergewichts. So eine kleine Theresa ist also höchstens ein kleiner Snack zwischendurch. Man darf die Inseln, auf denen die Komodowarane leben daher auch nur in Begleitung eines Führers betreten und muss als Frau vorher angeben, ob man seine Tage hat – darauf fahren die Warane nämlich extrem ab (zum Fressen, nicht als sexuelle Vorliebe^^). Die Männer in unseres Besuchstruppe sind ganz aus dem Häuschen. Ich gehe lieber hinter der waghalsigen Gruppe und möglichst so weit wie möglich weg von den Waranen. Unser Führer ist ein dürres, junges Bürschchen mit einem Holzstock. Er erklärt, dass er damit den Waran im Ernstfall in den Hals pokt – anscheinend die Achillesferse des Komdowarans. Mir wäre es trotzdem lieber er hätte eine Knarre dabei. Insbesondere als wir an einer Stelle an einem ganzen Haufen von Waranen (etwa sieben ausgewachsene Tiere) vorbeikommen und nur zwei Führer anwesend sind, bin ich ob der Stockverteigigungstechnik eher skeptisch. Die Jungs müssen aber unbedingt Fotos mit (!) den Waranen schießen bis sich einer auf uns zubewegt und ich nervös werde. Da beschließen sogar die Jungs, dass wir lieber weitergehen wollen. Die kleinen, frisch geschlüpften Warane verstecken sich in den Bäumen vor ihren Eltern, die sie sonst fressen (!). Das wirft bei mir die Frage auf, ob die niedlichen Kleinen sich vielleicht von oben auf einen stürzen um einen Haps aus einer Schulter zu nehmen. Aber der Führer versichert mir, das würde quasi nie passieren und der letzte Mensch sei in den 80igern von den Komodowaranen gefressen worden und da weiß man es auch nicht sicher, denn er ist einfach verschwunden. (Ich bin mir sicher die Drachen haben damit zu tun.) Leider kann man die kleinen Warane, die bestimmt süß und völlig unschuldig aussehen, auch nicht in den Bäumen sehen, denn sie verstecken sich gut. Nach einem kurzen Rundgang über die Insel bin ich froh wieder auf dem Boot zu sein und in den nächsten Tagen erstmal überwiegend planktonfressenden Fischen zu begegnen.
ein Komodowaran aus nächster Nähe
Von den Flughunden sehen wir dann leider nur noch einzelne, da wir am Mangrovenhain zu spät ankommen und alle schon weg sind. Aber so schlimm ist das auch wieder nicht – es ist eine schöne Bootsfahrt bei Sonnenuntergang. Der Abend endet mit einem Hitzeschlag meinerseits, nachdem ich die wahnsinnige Idee hatte ein halbes Glas Rotwein zu trinken während die anderen beim Nachttauchen sind. Hier lerne die das japanische Iso-Getränk Pocari Sweat lieben, dass Dom anerkennungsvoll Bacardi Sweat nennt und nach dessen “Genuss” es mir schlagartig besser geht. Friedlich schlafe ich auf den sanften Wogen des Meeres ein. Nachts wird unser Boot leider von den starken Strömungen trotz Anker abgetrieben, was bedeutet, dass der wahnsinnig laute Motor angeworfen werden muss. Naja, ein Boot ist nun mal kein Haus.

 

Am nächsten Tag gehts wieder ans Schnorcheln. Der schweitzer Tauchlehrer Jonas wird zu meinem persönlichen Schnorchelmaster abgeordert und ich versichere mich in der Taucheinweisung bei Dom, welche menschenfressenden Fische es am nächsten Schnorchelpunkt so gibt – keine. Wir tauchen in Manta Point 2 – wir wollen Mantarochen sehen. Die können fünf bis neun Meter lang werden, fressen aber nur Plankton (ich habe nachgefragt). Im Wasser warten Jonas, Timo und ich an einer Art Unterwasserschlucht auf die Mantas, die hier angeblich immer langschwimmen. Wir warten und warten. Jonas zeigt mir tolle Fische: Boxfish, Lionfish und Nemo. Außerdem sehen wir riesige Schildkröten und eine Menge Fische, deren Handzeichen mir Rätsel aufgeben und deren Namen ich nicht kenne. Wir wollen grade gehen als Jonas aufgeregt mit seinem Metallding unterwasser rumklappert und energisch in eine Richtung zeigt. Und da ist er: Ein Mantarochen und er kommt direkt in unsere Richtung. Eine kleine Sekunde lang habe ich Panik, die dann einem überwältigenden Gefühl von Erstaunen und Bewunderung weicht. Was für ein schönes, elegantes, riesengroßes Tier! Der Manta gleitete direkt unter uns durch, die Zeit scheint still zu stehen während wir uns den Manta von oben in aller Ruhe anschauen können. Dann ist er weg und Jonas reißt seine Maske vom Kopf und ruft aus: ” Mann, habt ihr ein Schwein!”. Naja ich bin eben effizient. 😉 Wir schnorcheln etwas hin und her und ich will dann kurz einen Blick auf den rosa Strand werfen, vor dem wir rumschnorcheln. Diesmal keine Korallen, sondern Sandstrand. Halleluja. Aus der Nähe ist der Strand aber komischerweise weniger rosa also von weitem. Ich stecke meine Zehen in den leichtrosa Sand – es könnte uns schlechter gehen. Und dann gehts aufs Boot. Schnorcheln hat sich an diesem Tag ausgezahlt – die meisten Taucher haben nämlich keinen Manta gesehen. Und ich bin jetzt angefixt.


Kaum haben wir was gegessen gehts auch schon zum nächsten “Tauchgang”. Köpfchen ins Wasser, Ärschchen in die Höh’. Wir schnorcheln an Batu Balong, einem der bekanntesten Tauchorte der Welt. Es ist absolut faszinierend: Batu Balong, ist ein großer Fels, der aus dem Wasser ragt und in der Mitte ein Loch hat – wie ein Nadelende mit Nadelöhr. Unter Wasser wird der Fels zwar langsam breiter, aber es gibt eine lange, korallenbewachsene Felswand zu sehen mit allem was die Unterwasserwelt so hergibt. Es ist als ob man in einem Unterwasserzoo wäre – pulsierende Korallen in allen Formen und Farben, tausende verschiedene Fische und Fischschwärme, die sich an unserer Anwesenheit auch überhaupt nicht zu stören scheinen, blaue kopfgroße Seesterne, unicorn fish, lion fish, box fish, needle fish, nudi branch, moränen, clown fish und sogar kleinere Haie (black tip und white tip). Ich habe mich natürlich vorher informiert, ob diese Haie gern mal an Menschen naschen und wurde darüber informiert, dass Haie generell nicht gern Mensch fressen und höchstens aus Versehen mal zubeißen (bei Surfern, weil sie denken es sind Robben). Krokodile hingegen fressen gern Menschen (eine Info die später auf der Reise noch relevant werden soll). Auf meine Frage, ob die Haie vielleicht zubeißen, wenn sie sich bedroht fühlen, meint Dom “vielleicht wenn du sie am Schwanz packst und rumwedelst”. Allgemeines Gelächter. Schon jetzt ist jedem auf dem Boot klar, dass ich die letzte Person auf der Welt bin, die einen Hai – sei er auch noch so klein – am Schwanz packen würde. Aber zum ersten Mal verstehe ich, was Leute am tauchen finden und bin ein bisschen traurig, weil die Taucher heute minikleine Seepferdchen gesehen haben. Aber immerhin ist direkt neben mir eine Schildkröte aufgetaucht um Luft zu holen und ich bin ihr danach eine ganze Weile in nächster Nähe gemütlich hinterher geschwommen.
Felswand von Batu Balong

Später am Tag wird es dann nochmal aufregend – der für uns letzte Schnorchelgang des Tages ist ein “Drift”. Das bedeutet, man wird in eine Strömung rein geschmissen und hat keine Chance dagegen anzuschwimmen, man wird mitgerissen. Man schwimmt dann in der Strömung zickzack, um so viel wie möglich zu sehen. Timo und ich sind diesmal allein und versuchen händchenhaltend irgendwie zickzack zu schwimmen, aber es bringt nix und mir schlägt das Herz bis zum Hals. Am Ende der Strömung wartet zwar angeblich das Beiboot, aber es ist kein schönes Gefühl der Natur so ausgeliefert zu sein – mitten im Ozean zwischen unbewohnten Inseln. Nach zehn Minuten sind wir die ganze Strecke entlang getrieben und werden vom Boot wieder aufgesammelt, versuchen es aber gleich nochmal. Ich hab vor lauter Stress kaum was gesehen, auch beim zweiten Mal nicht, leider auch keine Mantas, die hier aber wohl sowieso zu tief für uns Schnorchler schwimmen.

Am letzten Tag werden wir zwei Schnorchler zum wandern auf einer Insel abgesetzt, deren Natur an Neuseeland erinnert – grüne, sanfte Hügel.

Nach etwa einer Stunde schwimmt Timo zum Schiff, um das Boot zu holen und ich vertreibe mir die Zeit mit Müllaufsammeln – in 15 Minuten habe ich einen ganzen Sack voll Plastikmüll gesammelt. Ich verstehe die Menschen einfach nicht, die hier ihren Müll hinschmeißen. Dann wird mir aber klar, dass vieles davon auch angespült sein wird. Indonesien muss schnell eine Lösung für das Müllproblem finden, sonst wird bald auch der Tourismus drunter leiden.
 


Dann geht es zu einem letzten Schnorchelgang mit Jonas, und der Tauchort wird “the barrel” genannt. Es ist ein zylindrisches Loch, in das die Taucher rein schwimmen, weil es dort vor Haien nur so wimmelt (ja wirklich “weil”, nicht “obwohl”). Wir werden von der Strömung darüber hinweg gezogen, erhaschen nur einen kurzen Blick auf das Loch voller Blacktip und Whitetip Haie und anderer Fische (“the fishtank”) und schauen uns auf der anderen Seite die Felswand an. Es ist ein Korallenriff wie eine Blumenwiese, mit einem Korallenwald und Korallen die aussehen wie Pilze und abermals tausend bunten Fischen inklusive dem gefährlichen Trigger-fish (der Timo auf dem Kieker hat). Jonas macht Freediving und zeigt uns nochmal besondere Tiere, die wir bisher noch nicht gesehen haben, schnippt Korallen an, die sich dann schnell zusammenziehen und warnt vor dem Triggerfish (Timo passt aber wieder nicht auf). Dann werden wir vom Tagesboot abgeholt und verabschieden uns wehmütig von Dom und Jonas, von den Tauchern und der restlichen Crew. Wir wären gerne noch länger geblieben. Auf dem Tagesboot machen wir einen letzten Drift-Schnorchelgang und diesmal lasse ich mich einfach treiben, dann ist es auch ganz angenehm. Ich trage eine grellorangene Rettungsweste, damit kann man mich sowieso nicht verlieren und eine Chance gegen die Strömung zu schwimmen habe ich damit eh nicht. Ich folge ein letztes Mal eine Weile einer großen Schildkröte hinterher und dann ist das Schnorchelabenteuer auch schon zu Ende.

Zurück in Labuan Bajo versuchen wir den Rest unserer Reise zu planen, wir haben noch etwas mehr als einen Monat. Wir müssen uns eingestehen, dass unser Plan nicht funktioniert – für China haben wir keine Zeit, ebensowenig für Borneo. Auch Sumba und die Alor-Inseln lassen wir aus, bleiben noch der Rest von Flores, Sulawesi oder Papua, die Molukken und natürlich Timor Leste. Indonesien ist wie das moderne Leben – es gibt zu viele Optionen und alle hören sich gut an und es fällt uns schwer uns zu entscheiden. In zwei Wochen müssen wir das Land verlassen haben, da Timos Visum ausläuft, bis dahin müssen wir also in Timor Leste sein. Auf geht’s!

Hotel in Labuan Bajo: The Lounge
Tauchcenter: Komodo Dive Center

 
 

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