Reisegeschichten aus Indien

Ihr Lieben, vor Kurzem habe ich endlich meine Reisegeschichten aus meiner Zeit in Indien veröffentlicht. Das Buch darüber, was ich in dreieinhalb Monaten in diesem riesigen Land erlebt habe, gibt es bei Amazon jetzt für 2,99 EUR zu kaufen.

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Hier eine kleine Leseprobe:

…In Kalkutta, in Mutter Teresas Stadt, versteht man vielleicht erst, was diese Frau getan hat, was sie angetrieben hat hierzubleiben, wenn die Armut heute noch so ist, wo doch alles angeblich schon viel besser ist als noch vor zehn Jahren. Ich ging so durch die dreckigen Gassen und habe mich selten mehr wie ein Fremdkörper gefühlt, als wäre ich in eine andere, unerlaubte Welt eingetaucht, aber dieses Gefühl kam aus mir selbst, das tiefe Bewusstsein, hier nicht hinzugehören, die Stimme tief in mir drin, die weiß: „Hier musst du niemals leben, arbeiten oder sterben. Du hast in deinem Leben noch keinen Tag gehabt, an dem du keine Zahnbürste hattest“. Jetzt mal im Ernst. Ne Zahnbürste kostet in Delhi im teuren Ausländerladen 18 Rupien, das sind nicht mal 50 Eurocent und die gibt‘s im indischen Laden für Inder sicher nochmal halb so „teuer“, wenn nicht mehr. Ich gebe in diesem Zusammenhang nur ungern zu, dass die 18 Rupien-Zahnbürste mir nicht gefallen hatte und ich stattdessen die „Super Deluxe“ Zahnbürste für 50 Rupien genommen habe. Denn während ich so durch die Straßen lief, fühlte ich mich schlecht, furchtbar luxuriös und snobbisch mit meiner 50 Rupien Zahnbürste in meinem Rucksack. Alles, was ich auf dem Rücken trug, war vielleicht mehr als diese Leute jemals besessen haben! Alleine der Rucksack ist ja über 100 Euro wert. Da fragt man sich schon, was so verkehrt ist mit der Welt. Irgendwann habe ich am Straßenrand auf einem Plastikhocker Platz genommen und unter neugierigen Augen des Chaiverkäufers und seines Sohnes einen Chai getrunken. Sicher fragten sie sich, ob ich wohl den Chai anders trinken würde als sie. Der Sohn war etwa 8 Jahre alt, es war Montagmorgen, er hätte in der Schule sein sollen. Wahrscheinlich geht er nicht zur Schule. Vielleicht hat er noch nie eine Schule von innen gesehen. Vielleicht steht er manchmal draußen vorm Schultor und wünscht sich, er könnte auch ein Buch unter dem Arm tragen und Hindibuchstaben rezitieren. Aber das wird er vermutlich niemals tun. Er schaut seinem Vater zu, wie er Chai verkauft und hilft ihm und später wird er wohl selbst Chai verkaufen, wenn der Vater nicht mehr kann. Aber er hat noch Glück, denn Chai wird in Indien immer gebraucht, er wird also immer Arbeit haben. Nicht viel, nichts womit man reich wird, aber mit ein bisschen Glück genug zum Leben. Als mir der Chaiverkäufer auf meine 10 Rupien 8 zurückgeben wollte, weil der Chai nur 2 kostet (das kann ich gar nicht ausrechnen, wie wenig das ist, weniger als 5 Eurocent jedenfalls), da hab ich dem Jungen die 8 Rölpel in die Hand gedrückt und ihm gesagt, dass das sein Taschengeld ist, nur für ihn. Er hat mich mit verständnislosen großen Augen angeschaut. Vermutlich hat er, sobald ich weg war, das Geld an den Papa abgegeben…

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