Paradise at last?

Koh Lanta, Thailand
(Meine Thailand-Reise begann in Bangkok und nach Koh Lanta sind wir von Khao Sok aus gelangt.)
Oh my god! I may just have found the perfect place in the world!
Das ist das versprochene Paradies! So habe ich mir Thailand vorgestellt. Ich liege auf einer Art offenem, niedrigen Bambusbaumhaus mit einem niedrigen Tischchen auf einem bunten bohemebemusterten Polster. Das Meer rauscht nur wenige Meter von hier Welle für Welle auf den Sand. Ich schaue aufs Meer hinaus, aber ich kann nix sehen- es ist dunkel und kein einziges Schiff ist hier unterwegs. Warmer Wind streichelt über meine Haut und durch meine Haare. Leichte Gitarrenmusik plätschert aus Lautsprechern vor sich hin, das Personal ist ein Traum, der Besitzer sagte zur Begrüßung “Relax, you are home now”. Die Cocktails könnten besser nicht sein und die haben hier echten, guten Rotwein. Ich habe mich in diesen Ort verliebt! Ich will hier nie wieder weg, nie mehr. Alles Fernweh und suchen hat ein Ende.
Koh Lanta ist jedenfalls ein bisschen das, was wir uns vorher unter Thailand vorgestellt haben.  Wir sind hier fast allein an schönen Stränden, mit weichem weißen Sand in palmengesäumten Buchten. Bei Tageslicht sind wir dennoch etwas ernüchtert, ob des Gestanks in unserer Hütte (der aus einem der vielen Löcher in der Badezimmerwand kommt) und ob der Schlange in unserem Bad. Außerdem hat unser Klo keine Spülung…da ziehe ich die Grenze für mich. Kaltes Wasser – kein Problem. Löcher in der Bambuswand – meinetwegen. Keine Aircondition – ok, ging früher auch. Aber so eine Klospülung ist schon viel Wert. 😉 Es ist also ein Hotelwechsel angesagt. Ich verbinde eine kleine Laufrunde mit der Suche nach schönerem Strand (unserer hat ziemlich viele Steine, das sieht bei Ebbe aus als hätte Gulliver auf den Strand gekotzt^^) und einem preiswerten Zimmer mit Klospülung. Nach etwa zwei Stunden finde ich ein klitzekleines schweitzerisch geführtes Resort mit tollen Zimmern, geradezu luxuriös im Vergleich zu unseren sonstigen Unterkünften, und der Besitzer hat ob meines heruntergekommenen Aufzuges (zwei Stunden ungeduscht am Strand entlangjoggen macht den Auftritt perfekt *hehe*) Erbarmen mit mir und geht mit dem Preis runter. Wir lassen also die ultraalternativen BeeBee Bungalows, zu deren “Konzept” es nach eigener Aussage nicht passt eine Klospülung oder eine heiße Dusche zu haben, freudestrahlend hinter uns und begeben uns die nächsten drei Nächte in wohlgeordnete schweitzer Hände. Ich muss unweigerlich an Asterix bei den Schweitzern denken und lächele in mich hinein. Ich hoffe hier ruft nicht jemand alle halbe Stunde “Kuckuck” ;).
Da dieses Jahr das Jahr der Verletzungen zu sein scheint und ich mir neben anhaltenden Magenproblemen und nachdem ich einem weiteren Schlangen”übergriff” auf dem Heimweg von der Hotelsuche nur knapp entkommen bin (die etwa anderthalb Meter lange Schlange hatte sich bereits blitzschnell um meinen Knöchel gewickelt, wurde aber von meinem Bein instinktiv kraftvoll abgeschüttelt während mein Kopf, der noch nicht verstand was überhaupt los ist, hektisch “oh my god” und “holy fuck” rief), ich mir im Wasser an so ziemlich dem einzigen Stein im Umkreis von einem Kilometer einen Zeh derart geprellt habe, dass ich kaum noch laufen konnte (*augenroll*), habe ich einen Pausentag eingelegt, den ich fast vollständig verschlafene habe. Am nächsten Tag haben wir die bilderbuchmäßigen Strände Koh Lantas mit dem Roller erkundet und sind ziemlich happy endlich mal eine ruhigere Insel gefunden zu haben. Leider sehen wir dabei aus wie die oberdeutschesten Vollidioten die auf diesem Erdenball wandeln: Während die Thais barfuß und obenohne (und need I say – natürlich ohne Helm) mit ihrem Roller über den Asphalt heizen und geschickt jedem Schlagloch ausweichen,  tuckern wir mit Helm und ich – dank einschneidender Erfahrungen letzten Dezember – mit Ellenbogenschützern ängstlich mit 30- 40 KmH über die Insel und nehmen dabei jedes zweite Schlagloch mit….ein Bild für die Götter, wär man nicht selbst das Bild. 😉 Außerdem treffen wir hier noch unsere holländischen Freunde aus Koh Phangan wieder und tauschen die zwischenzeitlich gemachten Erfahrungen aus.
Dann geht es auch schon nach Koh Lipe, unserer letzten Station in Thailand. Koh Lipe ist angeblich wunderschön und nicht so touristisch. Auf den ersten Blick bestätigt sich sofort das Gegenteil dieses Gerüchts. Hier treten sich die Touris quasi gegenseitig tot und die Insel besteht fast nur aus Hotel-Hütten und einer kleinen asphaltierten und bunt angemalten Straße, genannt “walking street”, in der sich Tourismusbüro an Restaurant an Lädchen reiht. Was für ein Reinfall. Nachdem wir den Schock mit einem (überraschend guten) Cocktail to go begoßen haben, versuchen wir es ein letztes Mal mit der Übernachtung in einem Bambusbungalow, was wir schnell bereuen, nachdem wir sehen dass es mal wieder keine Klospülung gibt und man unter freiem Himmel duscht, heißt im Bad ein riesiges Loch in der Decke ist. Gepaart mit dem Hinweis der Managerin, man möge auf keinen Fall, auf KEINEN FALL, Essen im Bungalow lassen bereitet uns dieses Loch deutliches Unbehagen (was passiert denn wenn wir Essen im Bungalow lassen? Was kommt dann? Affen? Insekten? Sollten wir die Wasabinüsse mitnehmen? Essen Schlangen Wasabinüsse?  Und kriegen die die Verpackung auf? Was ist mit Affen? Aaaah). Wir sind für diesen Scheiß einfach nicht alternativ genug….
Als ich morgens aufwache denke ich als erstes: “Meine Güte gibts hier viele Hähne.”. Dann wundere ich mich, wer all die Hähne hält, denn als wir abends ankamen, habe ich auf dieser kleinen Insel, die ja angeblich sooo abseits der ausgetretenen Pfade liegt, wirklich nichts und niemanden Einheimisches gesehen. Mich bestürzt die Erkenntnis, das von Thailand nicht mehr viel übrig zu sein scheint, jedenfalls nicht hier im Süden, jedenfalls nicht auf den Inseln die in den Reiseführern stehen. Einsame Strände – das war mal! Das Land hat sich derart dem Tourismus ergeben, ja geradezu prostituiert, dass es nicht mehr zu erkennen ist. Koh Phangnan, Ao Nang oder sogar Koh Lipe- das sind Orte, die so alle auch in Spanien oder Griechenland sein könnten, mit gepflasterten Promenaden, Laden an Restaurant an Laden, wo aus Hightech Lausprechern die aktuellen EU oder US Charts dröhnen. Koh Phiphi, Phuket und Koh Samui sollen ähnlich sein. Geblieben ist nur das Essen, aber das wird natürlich auch angepasst (nicht so scharf) und die Karte erweitert (von Pommes bis zur Bratwurst ist alles dabei). Wir ärgern uns das wir für sowas 50 Euro (!) für ein Speedboot ausgegeben haben (die Prostituierte weiß auch was sie wert ist!), dass dann auch noch statt der versprochenen 4 ganze 8 Stunden hierher gebraucht hat und wir müssen wahrscheinlich nochmal soviel latzen um hier wieder weg zu kommen. Naja es nutzt nichts, Malaysia ruft – Thailands Seele ist hier ohnehin tot.
Insgesamt sind wir ein bisschen enttäuscht von Thailand, wir hatten uns mehr erhofft – schönere Strände vor allem. Auch von der berümten thailändischen Freundlichkeit haben wir nicht viel gesehen – die Thais scheinen von den vielen Touristen eher unendlich genervt und haben wenig Lust einem zu helfen. So wird man wort- und erkärungslos von einem teuren Touri-Minibus in den nächsten verladen, auf Fragen gibt es wenig oder gar keine Antworten und teilweise nichtmal eine Reaktion und gelächelt wird auch nicht mehr als anderswo (da sind die Leute im Rheinland deutlich netter ;P). Mir war nicht bewusst, dass Thailand längst kein Backpackerparadies mehr ist (dafür ist es auch zu teuer mittlerweile), sondern vor allem von Mittelklassetouristen überrannt wird, die nur hierher kommen, um sich in ihrem schicken All-Inclusive-Resort entweder die Rübe vollzudröhnen oder hier zu tauchen (nichts gegen Taucher, ihr wisst hoffentlich was ich meine!). An Land und Leuten haben die meisten kein Interesse. So sind die Hippies weiter gezogen, und wir werden es auch tun. Schade eigentlich, jetzt wo ich endlich gelernt habe “danke” so zu sagen wie die Thais, mit einem sehr langgezogenen “ka” am Ende – etwa so: “Korpkunkaaaaaaaaaaaaaaa”. 😉 Danke Thailand, danke, danke, aber wir ziehen jetzt ohne Wehmut weiter.
Unterkunft Koh Lanta: BeeBee Bungalows (1. Nacht), Nik’s Garden
Unterkunft Koh Lipe: Forra Resort
Von Thailand aus ging die Reise per Boot weiter nach Georgetown, Malaysia. Viele reisen aber auch von Thailand nach Kambodscha, dann helfen meine Tipps eventuell beim Besuch von Angkor Wat!
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